Mit Vorträgen und Ausstellungen engagiert sich das Kreisarchiv in der historischen Bildungsarbeit und fördert die Erforschung der Kreis- und Heimatgeschichte.
Radio − ein neues Medium setzt sich durch: Rundfunk in Deutschland und in Ladenburg in den 1920er Jahren
Referent: Prof. Dr. Konrad Dussel, Mannheim / Forst
Donnerstag, 15. Oktober 2026
19:00 Uhr Domhof Ladenburg, Hauptstraße 9
Eintritt frei!
Dass Radio einmal wie selbstverständlich rund um die Uhr mit zahllosen Programmangeboten zur Verfügung stehen würde, war vor hundert Jahren nicht abzusehen, denn seine Anfänge waren äußerst bescheiden. Und doch besaß es ein Potential, das mit dem des Internets durchaus verglichen werden kann. Bereits kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde auch in Ladenburg bekannt, dass es „so etwas wie Radio“ geben würde. Es dauerte allerdings bis Mai 1924, bis der erste Empfangsapparat aufgestellt war. Der Vortrag skizziert zum einen die Entwicklungsgeschichte des frühen Rundfunks in Deutschland im Allgemeinen, die letztlich bis heute gültige Organisation in regionalen Sendegesellschaften sowie deren politische Kontrolle. Zum anderen widmet er sich aber auch ausführlich dem konkreten Hören. Folglich wird nicht nur auf technische Gegebenheiten eingegangen, sondern ebenso auf die Programmangebote, die in Ladenburg während der 1920er Jahre empfangen werden konnten.
Ausgrabungen in Ladenburg durch Mitglieder des Mannheimer Altertumsvereins bis 1926
Referent: Dr. Klaus Wirth, Mannheim
Donnerstag, 12. November 2026
19:00 Uhr Domhof Ladenburg, Hauptstraße 9
Eintritt frei!
Den Anstoß für die Gründung des Mannheimer Altertumsvereins (MAV) am 2. April 1859 gaben archäologische Funde wie Tongefäße, Münzen oder auch Tierknochen, die auf dem Gelände der ehemaligen Kahn‘schen Bettfedernfabrik in der Mannheimer Innenstadt gemacht wurden. In der Folgezeit wurden die Ausgrabungstätigkeiten des MAV bis weit über die regionalen Grenzen hinaus ausgedehnt und lieferten zum Teil bedeutende, für die Fachwelt wissenschaftlich hochwertige Funde. Mit Ausgrabungen in Ladenburg begann man bereits am Ende der 1860er Jahre. Zu sensationellen Grabungsergebnissen kam es jedoch erst in den Jahren 1908 bis 1913. Der vom MAV beauftragte Hermann Gropengießer konnte erstmalig den Nachweis einer römischen Marktbasilika sowie eines Kastells mit Teilen der Umfassungsmauer und des Tores erbringen. Zudem fand sich mit Carl Reiß ein Mäzen, der neue Ausgrabungen in Ladenburg lange Zeit finanzierte. Der Vortrag thematisiert eben diese Ausgrabungsphase sowohl unter Zuhilfenahme archäologischer Funde als auch durch die Auswertung damaliger Zeitungsartikel. Die ursprünglichen Grabungsdokumentationen sind leider weitgehend verloren.